Ausstellung Wiedergewonnene Gebiete


Ein Ereignis, das der Welt klar und deutlich zeigen sollte, dass Schlesien immer polnisch war. Daher die wiedergewonnenen Gebiete, daher die Repatriierten (lateinisch repatriate “Rückkehr ins Heimatland”). Die Ausstellung der wiedergewonnenen Gebiete, die 1948 organisiert wurde, war eine der größten, die in der gesamten Geschichte der Jahrhunderthalle stattfand. Die Ausstellung, die vom 21. Juli bis zum 31. Oktober dauerte, hatte eine große Wirkung in Polen und im Ausland. Die Organisatoren wollten damit die Erfolge der neuen, volksnahen Autoritäten in den nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergewonnenen Gebieten zeigen. Mit einem Wort: Die Behörden wollten ihr Handeln legitimieren. Das Weltmandat.

Der umfangreiche Ausstellungsbereich ist in zwei Sektoren unterteilt. “Bereiche A” – Die Jahrhunderthalle, der Platz vor der Halle und der Vier-Kuppel-Pavillon beherbergten Ausstellungen zu sozialen, politischen und geografischen Themen. Im Mittelpunkt stand die von Ing. Stanisław Hempel entworfene Nadel. Genau, die Nadel. Eine Nadel steckt im Stolz Preußens. Ein Komma in der deutschen Geschichte Schlesiens. Sie schnitt die Jahrhunderthalle bewusst in zwei Hälften, so wie ein scharfes Messer einen riesigen Kuchen zerschneidet. Die nervösen Kommunisten fürchteten, dass ihre Errungenschaften neben deutschem technischen Gedankengut verblassen würden. Deshalb haben sie beschlossen, es zu übernehmen. Und sie haben ihre eigene Fahne gehisst – im Sinne der Parole: “Die Oder rauscht auf Polnisch”… 

“Die Bereiche B”, die heute zum Zoo von Wrocław gehören, waren für Ausstellungen zu sozialen und wirtschaftlichen Themen vorgesehen. Öffentliche und private Unternehmen stellten ihre Waren in zahlreichen, aber kleinen Gebäuden aus. Viele von ihnen wurden zu reduzierten Preisen verkauft, so dass die Besucher frei Produkte kaufen konnten, die in einem vom Krieg zerrissenen Land im Alltag schwer zu bekommen waren. Die Ausstellung wurde so gleichzeitig zu einem großen Marktplatz. Metaphorisch gesehen kann man sagen, dass mit der Geschichte gehandelt wurde. Praktisch – knappe Güter. 

Scheinbarer Erfolg

Der enorme finanzielle Aufwand, die Anwesenheit wichtiger Vertreter staatlicher Behörden – darunter Bolesław Bierut – und der besondere Unterton der Veranstaltung führten dazu, dass die 100-tägige Ausstellung von Millionen von Bürgern besucht wurde. Man könnte es einen Erfolg nennen. Trotz der hohen Besucherzahlen und des propagandistischen Aufruhrs endete die Ausstellung der wiedergewonnenen Gebiete jedoch in einem finanziellen Fiasko. Die gigantischen Kosten des Projekts, die sich damals auf 715 Millionen Zloty beliefen, wurden nur zu etwa einem Drittel gedeckt. Doch Wrocław profitierte – die Organisation der Ausstellung beschleunigte die Aufräumarbeiten in der Stadt und die Renovierung einiger Objekte.

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